Diplomarbeit – Zwischen Kunst und Kontemplation. Architektur als Resonanzraum

Was bedeutet es, in einem Museum zu sein?

Bauten der Kultur waren seit jeher Metaphern für etwas, was zu definieren schwer erscheint. Etwas Ungreifbares, Höheres, scheint ihnen zu unterliegen. Architektur ist damit mehr Allegorie als Materie.

Architektur ist nie eine bloße Äußerung von Lastabtragung, sondern immer Trägerin stimmungsmäßiger Inhalte des menschlichen Lebens. Sie ist eine Frage der Erscheinung, Empfindung, nicht nur der Schwere der Last von einem Element auf das Nächste.

Die Arbeit „Zwischen Kunst und Kontemplation – Museale Architektur als Resonanzraum“ untersucht diese Gestimmtheit des Raumes sowie den sakralen Eindruck von Bauten. Ziel ist es, diese auf eine leibliche Verortung des Seins zu beziehen, die im säkularisierten Zeitalter zunehmend in Museumsbauten Heimat findet.

Das Beziehungsgefüge von Materiellem und Immateriellem, Mensch und Anorganischem, Kunst und Raum, wird untersucht und als

Bedeutungstäger definiert..

Die Untersuchung der ästhetischen Einbeziehung des Menschen durch Kunstwerke – gesteigert durch den musealen Raum – mündet

schlussendlich in einem Entwurf, der einen Erweiterungsbau für das Dom Museum in Wien vorsieht.

Die bestehende Struktur eines vollautomatischen Parkregallagers am Stephansplatz in Wien wird dabei als Schaudepot umgenutzt.

Wechselausstellungsflächen, Werkstätten und ein automatisiertes Depotlager machen den gesamten Prozess sichtbar, der notwendig ist, damit

ein Kunstwerk in resonanter Weise erfahrbar wird.

Die Vielschichtigkeit des Bestehenden wird in dieser Umnutzung mit architektonischer Zurückhaltung und zugleich räumlicher Intensität

weitergeführt. Sie zeigt, was Architektur sein kann, auch wenn sich ihr Kontext verändert. Zugleich wird sichtbar, wie der Mensch stets in

Beziehung zum Vorhandenen steht – ob sich nun menschliche Typologien überlagern oder automatisierte Systeme. Architektur vermag diese

vorscheinigen Kontrapunkte zu vereinen um sich dann im Gefüge auf resonanter Weise zu verorten.